Martin Luther

Weihnachtspostille 1522

 

 

Bibliographische Angaben

Vorwort.

 

Haupttext

Weihnachtspostille

Einleitung.

[Widmung Luthers an Graf Mansfeld]

 

Eyn kleyn unterricht, was man ynn den Euangelijs suchen und gewartten soll. 1522

 

Die Epistell czu der Meß ynn der Christnacht. [Tit. 2, 11 –15] Ad Citum ij.

[Tit. 2, 13] Und wartten der seligen hoffnunge.

[Tit. 2, 13] Und die czukunfft der clarheytt.

[Tit. 2, 14]  Wilcher hat sich selb fur unß geben.

[Tit. 2, 14] Das er unß erloßett.

[Tit. 2, 14] Von Aller unrechtickeytt.

[Tit. 2, 14] Und reynigett yhm.

[Tit. 2, 14] Eyn Erbvolck.

[Tit. 2, 14] Das da Emsig were tzu gutten wercken.

[Tit. 2, 15] Solchs solltu predigen und vormanen.

Der harnsch dißer Epistell.

Item, das Christus auch warer gott sey.

 

[Luk. 2, 1 –14] Das Euangelium ynn der Christmeß. Luce. ij.

Das erst.

[Auslegung des englischen Gesangs Gloria]

Der Harnsch dießes Euangeli.

 

Zu der frue Christmeß Epistell Pauli Cit .iij. Tit 3, 4-7

[Tit. 3, 5] Er hat uns nach seyner barmherczickeyt selig gemacht.

[Tit. 3, 5] Durch das bad der widdergepurtt unnd vornewerung des heyligenn geystis.

[Tit. 3, 6] Wilchen er ubir uns reychlich außgossen hatt durch Jhesum Christum, unßern seligmacher.

[Tit. 3, 7] Auff das myr gerechtferttiget durch desselben gnade Erbe seyn des ewigen lebens inn hoffnung.

Der harnsch dißer Epistell.

 

Das Euangelium ynn der frue Christmesß. [Luk. 2, 15 –20] Luce. ij.

 

[Hebr. 1, 1 –12] Die Epistell der hohen messen am Christag auß Heb. prima.

[Hebr. 1, 1] Manch mal und mancher weyß.

[Hebr. 1, 2] Durch seynen szon.

[Hebr. 1, 2] wilchen er geseczt hat zu eynem erben aller ding. Das ist nach der menscheyt geredt; denn wyr mussen glewben, das Christus nit alleyn ist nach der gotheytt ubir alle ding, ßondernn auch nach der menscheyt, alßo das Christo dem menschen alle creatur unterthan und unterworffen sind. Er schafft alle ding alß eyn gott, aber alß eyn [Ps. 8, 7] mensch schafft er nichts, und sind yhm doch alle unterthan, wie Dauid Ps. 8. sagt: Alle ding hastu yhm unter die fuß worffen &c..

[Hebr 1, 2] Durch wilchen er hat die welt gemacht.

[Hebr. 1, 3] Wilcher da ist eyn glancz seyner klarheyt: und eyn bild seynes weßenß.

Unnd er tregt alle ding durch das wortt seyner krafft.

[Hebr. 1, 3] Und hatt gemacht eyn reynigung  unßer sund durch sich selbs.

[Hebr. 1, 3.4] Und sitzt czu der rechten hand der Maiestet ynn der hohe, Szo viel besser wurden denn die Engele, ßo viel er eynen andernn namen fur yhnen ererbt hatt.

[Heb. 1, 5] Czu wilchem Engel hat er yhe eynmal gesagt: du bist meyn Szon, ich hab dich hewte geporenn?

[Hebr. 1, 5] Ich wil seyn vater seyn, und er soll meyn ßon seyn.

[Hebr. 1, 6] Und da er abermal eynfuret den erstgepornen ßon ynn die wellt, spricht er: Es sollen yhn anbetten alle gottis Engele.

[Hebr. 1, 7] Und czu den Engelln sagt er wol: Er macht seyne Engele geyster unnd seyne diener fewrflammen.

[Hebr. 1, 8. 9] Aber czu dem ßon sagt er alßo: Deynn stuel, o Gott, besteht ewiglich. Das scepter deynes reychs ist eyn scepter der richtickeyt, Du hast lieb gehabt die gerechtickeyt und gehasset die ungerechtickeyt, darumb hatt dich deyn gott gott gesalbet mit dem oele der frewden fur deynen mitgenossen.

[Hebr. 1, 10 –12] Und du gott hast ym anbegynn die erden grundet, unnd die hymel sind werck deyner hende, Sie werden vorgehn, du wirst aber bleyben unnd wie eyn kleyd werden sie alle vorallten, und wie eyn kleytt wirstu sie wandellnn, und sie werden sich wandellnn lassen, du bist aber derselbe, unnd deyne iar werden keyn ende haben.

 

[Joh. 1, 1 –14] Das Euangelium ynn der hohe Christmesß auß S. Johanne am ersten Capitel.

[Joh. 1, 1] Im anfang war das wort.

[Joh. 1, 1] Und das wort war bey gott.

[Joh. 1, 1] Und gott war das wort.

[Joh. 1, 2] Das war ym anfang bey got.

[Joh. 1, 3] Alle ding sind durch yhn gemacht.

[Joh. 1, 3] Und on yhn ist nichts gemacht, das gemacht ist.

[Joh. 1, 4] Inn yhm war das leben.

[Joh. 1, 4] Und das leben war das liecht der menschen.

[Joh. 1, 5] Und das liecht leuchtet ynn die finsterniß, und die finsterniß haben es nit egriffenn.

[Joh. 1, 6] Es war eyn mensch gesand von gott, der hieß Johannes.

[Joh. 1, 7]  Derselb ist komen czu eynem geczeugniß, auff das er geczeugniß gebe von dießem liecht, auff das yderman durch yhn glewbte.

[Joh. 1, 8] Er war nit das liecht, sondern das er getzeugnis gebe von dißem liecht.

[Joh. 1, 9] Es war eyn wares liecht, das do erleucht eynen iglichen menschen, der do kompt ynn diße wellt.

[Joh. 1, 10] Es war ynn der wellt: und die wellt ist durch yhn gemacht: und die wellt hatt yhn nitt erkennet.

[Joh. 1, 11] Er ist komen tzu den seynen: unnd die seynen haben yhn nitt auffgenommen.

[Joh. 1, 12] Szo viel aber yhn haben auffgenommen, hatt er yhn macht geben, gottis kinder tzu werdenn. Die do glewben ynn seynen namen.

[Joh. 1, 13] Die do nicht auß dem gebluette, noch auß dem willen des fleyssches, noch auß dem willen des mannes, ßondernn auß Gott geboren sind.

[Joh. 1, 14] Unnd das wortt ist fleysch worden unnd hat unter unß gewonet, unnd wyr haben seyn ehre gesehen, eyn ehre alß des eyngepornenn ßons von dem vater, voller gnaden unnd warheytt.

[Joh. 1, 14]  Eyne herlickeyt als des eyngepornen ßons von dem vater.

[Joh. 1, 14] Voller gnaden und warheytt.

 

[Apg. 6, 8 –14] Die Epistell an Sanct Stephans tag. Act. vi. unnd vij.

Die andere lere. Gottis gepott wirtt mit wercken nit erfullet.

 

[Matth. 23, 34 –39] Das Evangelium an sanct Stephans tage. Matt. xxiij.

 

[Sir. 15, 1 –6] Die Epistell an Sanct Johannes tag. Ecclesiastici. xv.

[Sir. 15, 1] Die erst ist: Gutt thun.

[Sir. 15, 1] Die Ander: Die gerechtickeyt ergreyffenn.

[Sir. 15, 2] Sie wirt yhm begegen als eyn mutter der ehren.

[Sir. 15, 1] Und wie ein weyb von der iunpfrawschafft wirt sie yhn auffnhemen.

[Sir. 15, 3] Sie wirt yhn speyßen mit den brott des lebens und vorstands.

[Sir. 15, 3] Und mit dem wasser der heyllwertigen weyßheyt wirt sie yhn trencken.

[Sir. 15, 4] Die siebend: Sie wirt ynn yhm fest werden.

[Sir. 15, 4] Die acht: Sie wirt ihn nit beygen lassen.

[Sir. 15, 4] Die Neund: Sie wirtt yhn hallten.

[Sir. 15, 4] Und sie wirt yhn nit tzu schanden werden lassen.

[Sir. 15, 5] Und sie wirtt yhn erheben bey seynen nehsten.

[Sir. 15, 5] Mitten unter der samlung wirtt sie auttthun seynen mund.

[Sir. 15, 6] Und wirt yhn erfullen mit dem geyst der weyßheyt und vorstands.

[Sir. 15, 6] Und mit dem kleyd der ehren wirtt sie yhn kleyden.

[Sir. 15, 6] Lust und freud wirt sie yhm samlen tzum schatz.

[Sir. 15, 6] Und eynen ewigen namen wirtt sie auff yhn erben.

 

[Joh. 21, 19 –24] Das Euangelium an S. Johannis tag. Johan. vlt.

 

[Gal. 4, 1 –7 [!]] Am Sontag nach dem Christag, Epistell Gal. iij.

[Gal. 1, 4] Szo lange der erbe iung ist: ßo ist unter yhm unnd eynem knecht keyn unterscheyd, ob er wol eyn herr ist aller guter.

[Gal. 4, 2] Szondern er ist unter den furmundenn und pflegernn, biß auff die tzeytt, die der vatter bestympt hatt.

[Gal. 4, 3] Alszo auch wyr: da wyr iung warenn, waren wyr unter den Elementen dießer wellt knechte.

[Gal. 4, 4. 5] Da aber komen ist die erfullung der tzeytt, Hatt gott gesand seynen ßon, der von eynem weyb worden unnd unter das gesetz gethan ist, auff das er die, ßo unter dem gesetz waren, erloeßet, das wyr die gnadreyche kindschafft empfingen.

[Gal. 4, 6] Dieweyll yhr denn kinder seyd, hatt gott gesand den geyst seynß ßonß ynn ewre hertzen, der do ruffett: Abba, lieber vatter.

[Gal. 4, 7] Darumb, szo ist iczt keyn knecht mehr, sondern eyttel kinder; sind es aber kinder, ßo sind es auch erben durch Christum.

 

[Luk. 2, 33 –40] Das Evangelium am sontag nach dem Christag. Luce secundo.

[Luk. 2, 34] Und Simeon hatt sie gebenedeyett.

[Luk. 2, 34. 35] Und er sprach zu Maria seyner mutter: Sihe da, dißer ist gesetzt zu eynem fall und auffstehen vieler ynn Israel und zu eynem widdersprechlichem zeychen. Und deyn selbs seele wirt durchgehen eyn schwerd, auff das da entdeckt werden gedancken auß vielen hertzen.

[Luk. 2, 36. 37] Und es war eyn prophetissen mit dem namen Hanna, eyne tochter Phanuel, von dem geschlecht Aser, die war wol betagett. Und hatte mit yhren man gelebt sieben iar von yhrem iunpfrawschafft an. Und sie war eyne witwe biß ynß vierundachtzigst iar, dieselbe kam nymmer vom tempel und dienet gott mit fasten und beten tag und nacht.

[Luk. 2, 38] Dieselbe stund dabey czu derselben stund unnd danckte gott unnd redte von yhm zu allen, die da wartteten auff die erloßung tzu Hierusalem.

[Luk. 2, 39] Unnd da sie alle ding habenn vollnbracht nach dem gesetz gottis, sind sie widder heymtzogen ynn Gallileam, gen Nazareth, ynn yhre stadt.

[Luk. 2, 40] Und das kind wuchs und wart starck ym geyst und wart vol weyßheyt. Und die gnade gottis war ynn yhm.

 

[Gal. 3, 23 –29] Epistell am newen Jar tag, ad Galatas. 3.

[Gal. 3, 23] Ehe denn der glawbe kam, wurden wyr unter dem gesetz bewaret, vorschlossen auff den glawben, der do solt offenbart werden.

[Gal. 3, 24] Darumb ist das gesetz unßer tzuchtmeyster geweßen auff Christum, auff das wyr durch den glawben rechtfertig worden.

[Gal. 3, 25] Nu aber der glawbe kommen ist, sind wyr nymmer unter dem zuchtmeyster.

Denn yhr seyd alle gottis kinder durch den glawben ynn Christo Jhesu.

[Gal. 3, 27] Denn alle, die yhr ynn Christo Jhesu tauffet seyd, habet Christum antzogen.

[Gal. 3, 28] Es ist keyn Jude noch kriech. Es ist keyn knecht noch freyer, Es ist keyn man noch weyb, yhr alle seyd eyner ynn Christo Jhesu.

[Gal. 3, 39] Seyd yhr denn Christi, ßo seyd yhr Abrahamß samen und erben nach der vorsprechung.

 

[Luk. 2, 21] Euangelium am Newenn Jars tage. Luce. ij.

 

[Jes. 60, 1 –6] Am tag der heyligen drey Kunige Epistell. Isaie. 60.

[Jes. 60, 1] Stand auff, las dich erleuchten, Hierusalem; denn deyn liecht ist kommen, und die klarheyt gottis ist auffgangen ubir dyr.

[Jes. 60, 2] Denn nym war, finsternis werden bedecken die erde, und tunckelheytt die voelcker. Aber ubir dyr wirtt auffgehen der herre, unnd seyne klarheytt wirt ynn dyr erscheynen.

[Jes. 60, 3] Und die heyden werden wandelln ynn deynem liecht. Und die kunige ynn dem glantz deynes auffganges.

[Jes. 60, 4] Heb auff deyne augen umb dich und sihe, diße alle sind vorsamlet und kommen tzu dyr. Deyne kinder werden von ferne kummen, unnd deyne tochter werden tzur seytten auffstehen.

[Jes. 60, 5] Denne wirstu sehenn unnd fließen, und deyn hertz wirtt sich entsetzen unnd außbreytten, wenn tzu dyr keret wirtt die menge des mehris, und die macht der heyden tzu dyr kompt.

[Jes. 60, 6]  Ubirflus der Camel wirt dich bedecken, die leuffer Madian und Epha. Alle von Schaba werden kommen, golt und weyrauch werden sie opffern, und das lob gottis werden sie predigen.

 

[Matt. 2, 1 –12] Das Euangelium am tage der heyligen drey kuenige. Matthei ij.

[Matth. 2, 2] Wo ist der kunig der Juden, der geporn ist? Wyr haben seynen stern gesehen ym auffgang, und sind kumen mit geschenck, yhn antzubeten.

[Matth. 2, 3] Da das Herodes der konig horet, ist er erschrocken, und das gantz Hierusalem mit yhm.

[Matth. 2, 4 –6] Vnd er hatt vorsamlet alle fursten der priester und schreyber ym volck und erforschet, wo Christus solt gepornn werden. Und sie haben yhm gesagt: tzu Bethlehem Jude; denn alßo ist geschrieben [WA s. 576] durch den propheten: Und du Bethlehem ym land Jude, du bist nicht die geringst unter den fursten Jude. Auß dyr soll kommen der hertzog, der do regir meyn volck Israel.

[Matth. 2, 7. 8] Da rieff Herodes die Magos heymlich und erlernet vleyßlich von yhnen die tzeytt des sternen, der yhn erschynen war. Und schickt sie gen Bethlehem und sagt: Gehet hynn und fragt mit vleyß nach dem kind, und wenn yhrß funden habt, ßo sagt myr widder, das ich auch komme unnd bete yhn an.

[Matth. 2, 9. 10] Und als sie haben den konig gehortt, sind sie hyngangen, und nempt war, der stern, den sie ym morgenland gesehen hatten, gieng fur yhn her, biß das er kam und stundt oben ubir, da das kind war. Da sie den stern sahen, sind sie seher fro worden.

[Matth. 2, 11] Unnd sind gangen ynn das hawß unnd haben funden das kind und Mariam, seyne mutter, und sind nydergefallen, haben yhn anbetet unnd auffthan yhre schetze, haben yhm schenck geopffertt, gollt, weyrauch und myrrhen.

[Matth. 2, 12] Und sie haben ym schlaff eyn gottisanttwortt empfangen, das sie nitt sollten widder kommen tzu Herode, und sind durch eynen andernn weg widder heymtzogen ynn yhr landt.

Von der geystlichen bedeuttung dißes Euangeli.

Nu kommen wyr widder tzu dem Euangelio und seyner deuttungen.

[Matth. 2, 11] Und sie haben auffthan yhre schetze und yhm geopffert gollt, weyrauch und myrrhen.

 

Abschließendes Material

Nachträge und Berichtigungen.

O. B. [WA s. 738]

 

 

 

 

Web-redaktør:

Cand.theol Finn B. Andersen

 

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